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1. Richtlinien zur Schaffleisch-Erzeugung, Stand: 27.05.1999

Über die Richtlinien der ordnungsgemäßen Landwirtschaft hinaus und die gesamtbetrieblichen Auflagen hinaus muss
jeder Erzeugerbetrieb für Naturschutz-Schaffleisch folgende Auflagen erfüllen:

I. Richtlinien für die Grünlandbewirtschaftung:

1. Die Nutzung erfolgt als Dauergrünland. Pflegeumbrüche oder Übersaaten sind in der Regel nicht erlaubt.
Ausnahmen davon bedürfen Rücksprache mit Vertretern der Aktion Fischotterschutz e.V.

2. Die Düngung des Grünlands ist auf maximal 80 kg N / ha und Jahr begrenzt. Die Düngung muss standortgerecht
sein und sollte, wenn vorhanden, vorrangig durch Anwendung von betriebseigenem Stallmist erfolgen.
Die einmalige Gabe von Schafmist auf Grünland darf 10 t / ha und Jahr nicht überschreiten. Die Ausbringung von
Gülle ist unzulässig.

3. Mindestens 33 % der Grünlandfläche für Schaffleisch-Erzeugung ist im Jahr erstmalig nach dem 15.6. zu nutzen.
Spätestens alle 3 Jahre ist jeder Schlag erst nach dem 15.6. zu mähen oder zu beweiden (Rotationsprinzip).
Über die Nutzung des Grünlandes führt der Betriebsleiter eine Schlagkartei, die relevante Angaben über die
Nutzungsart, die Nutzungshäufigkeit, die Düngung und den Zeitpunkt der ersten Nutzung enthält. Die Kartei ist dem
beauftragten Vertreter der Aktion Fischotterschutz e.V. zum Ende des Jahres vorzulegen.

4. Auf den Wiesen dürfen maximal 3 Schnitte im Jahr erfolgen.

5. Bei der Koppelschafhaltung vor dem 15.06. ist eine Besatzdichte von max. 1, 5 GVE/ ha Weide einzuhalten,
wobei der im Anhang aufgeführte GVE-Schlüssel zur Berechnung herangezogen wird. Ausnahmen hiervon bedürfen
Rücksprache mit Vertretern der Aktion Fischotterschutz e.V.

6. Eine Kalkung ist nur erlaubt, wenn durch Messung des pH-Wertes und durch Ermittlung der Bodenart ein
eindeutiger Kalkbedarf nachgewiesen werden kann. Die Bedarfsermittlung erfolgt in Zusammenarbeit mit Vertretern
der Aktion Fischotterschutz e.V.

7. Jede über den derzeitigen Stand hinausgehende Entwässerung der Flächen ist grundsätzlich verboten.
Hiervon gibt es keine Ausnahmen.

8. Der Einsatz von Pestiziden auf dem Grünland ist in der Regel nicht erlaubt. Ausnahmen sind nur bei lokaler und
gezielter Bekämpfung von Problem-Unkräutern zulässig. Bezüglich des Umfangs, des Mittels und der Anwendungs-
methode ist in jedem individuellen Fall eine Rücksprache mit einem Vertreter der Aktion Fischotterschutz e.V.
erforderlich.

9. Die Ausbringung auf die Grünlandflächen von Klärschlamm, Abfallkompost und anderen Stoffen im Sinne des
§ 15 (1) des Abfallgesetzes ist verboten.

II. Tierhaltung, Fütterung und Einsatz von Medikamenten:

1. Die Schafhaltung sollte vorrangig in Form der Wanderschafhaltung (Hütung) erfolgen. Eine übliche Koppelschaf-
haltung ist unter Auflagen auch erlaubt. Eine Stallhaltung ohne einen Weidegang für die Tiere in der Vegetations-
periode ist nicht erlaubt.

2. Die übliche Koppelschafhaltung ist tagsüber nur bei der Koppeldichte von max. 7 Mutterschafen mit Nachwuchs
pro 1 ha Weide erlaubt. In der Wanderschafhaltung kann das Nachtkoppeln (Pferchen) bei einer größeren Dichte
erfolgen, vorausgesetzt, das Koppeln für die Nacht erfolgt jedes Mal auf einem anderen Schlag.

3. Den Schafen ist ein Unterstand als Witterungsschutz zu gewährleisten. Das Ablammen auf der Weide bei
schlechten äußeren Wetterbedingungen ist nicht erlaubt.

4. Die Fütterung erfolgt ausschließlich mit betriebseigenen Futtermitteln. Schwerpunktmäßig soll Grünfutter als
Weide, Heu und Gras-Anwelksilage verwendet werden. Silierhilfsstoffe mit Ausnahme Futterzucker oder Melasse
sind nicht erlaubt. Die Maissilage darf in der Tagesration max. 30 % der Trockenmasse betragen. Importfutter-
mittel (z.B. Soja) dürfen nicht eingesetzt werden. Im Stall und, nach Bedarf, auch auf der Weide muss allen Tieren
Heu und Stroh angeboten werden.

5. Futtermittelzusätze zur Leistungsförderung (Antibiotika und andere Substanzen mit antibiotischer oder
probiotischer Wirkung), synthetische Futtermittel (Harnstoff u.ä.) dürfen im Futter nicht enthalten sein und dürfen
auch nicht anderweitig verabreicht werden.

6. Der Tierbestand im Betrieb muss einer ständigen Kontrolle eines Tierarztes unterliegen, dessen Name dem
Vertreter der Aktion Fischotterschutz e.V. bekannt gemacht wird. Der Tierarzt wird vom Betriebsleiter beauftragt,
auf Nachfrage des Vertreters der Aktion Fischotterschutz e.V., ihm alle relevanten Informationen über den gesund-
heitlichen Zustand des Tiere und über die durchgeführten Behandlungen mit Medikamenten zur Verfügung zu
stellen.

7. Die präventive Verabreichung von Medikamenten und von Beruhigungsmitteln ist verboten.

III. Transport

1. Die Schlachttiere dürfen nur in geeigneten Viehtransportern zur Schlachtstätte transportiert werden.
Elektrische Treibstöcke und Schlaggegenstände sind verboten.

2. Die maximale Transportentfernung bis zum Schlachtbetrieb beträgt 50 km oder 1 Stunde Fahrtzeit.
Die Koordinierung der Transporte erfolgt über das ISE-LAND Büro.